In der Neuzeit näherte sich die katholische Theologie allmählich dem protestantischen Verständnis an,
in dem weitgehend auf eine Unterscheidung von schweren und leichten Sünden zugunsten der Betonung einer allgemeinen
Sündigkeit des Menschen verzichtet wird. Zudem wurden die 7 Sündenbegriffe, als Kategoriesystem für asoziales
Verhalten weitgehend von neuen, wissenschaftlichen Begriffen als überholt erklärt oder gar verdrängt.
Wo heute im religiösen Kontext noch von Todsünden gesprochen wird, wird dies in der Regel im Sinne
eines verfehlten Lebens im Ganzen (nicht einzelner Fehlentscheidungen) interpretiert.
Und dennoch tauchen die 7 Sünden immer wieder in Büchern, Filmen oder sogar der Werbung auf:
Lifestyle-Magazin veröffentlichen Specials zu den 7 Lastern des Abendlands,
David Fincher schickt 1995 in seinem Film "Seven" einen Mörder durch eine Stadt und lässt ihn
seine Mordserie nach den sieben Todsünden ausrichten und der Glacenhersteller "Langnese Eiscreme"
macht Werbung mit den mittelalterlichen Todsünden.
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